Freitag, 17. Februar 2017

Verwundet

Unsere erste Begegnung
war wie ein Wiedersehen,
wir waren einander sofort nah.

Du hattest dich lange nicht mehr so gut gefühlt.
Und als wir schliesslich alleine waren,
konntest du nichts mehr kontrollieren.

Ein bisschen mehr nur hattest du gewollt.
doch deine Schutzmechanismen versagten.
Das hattest du nicht erwartet.

Du versuchtest, Distanz zu schaffen,
redetest viel zu viel,
meinen Blicken wichst du aus.

Es nützte nichts.
Zu stark war die Anziehung zwischen uns,
zu mächtig dein Sehnen nach Wärme.

Ich spürte deinen inneren Kampf.
Ich erkannte ihn wieder.
Blieb einfach bei dir.

Überwältigt von deinen Gefühlen,
liesst du dich schliesslich fallen.
Zeigtest mehr von dir als du selber ertragen konntest.

Als ich in den frühen Morgenstunden aufbrach,
begleitetest du mich zur Tür,
eine kurze Umarmung nur.

An der Treppe drehte ich mich um,
du standst noch immer da,
unsere Blicke trafen sich.

Da sah ich plötzlich alles,
wovor du dich in dieser Nacht hattest schützen wollen:
deinen Schmerz, deine Einsamkeit, deine ungeheure Verwundbarkeit.

Ich kam zu dir zurück,
und ganz ohne Worte,
hielt ich dich noch eine Weile fest.

***
geschrieben am 17.2.2017

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