Mittwoch, 20. Juli 2016

Das Bekenntnis

Ich will dich lieben.
Du erlaubst es mir nicht.
Weil du dir selber nicht erlaubst, geliebt zu werden.

Bewundert, ja. Verehrt, sicher. Geliebt, nein.
Du erlaubst dir nicht zu lieben.
Weil du dich selber nicht liebst.

Ich habe auch viele Jahre lang so gelebt.
Meine Tür war verschlossen.
Und du, von allen Menschen dieser Welt, hattest den Schlüssel.

Ich war bereit.
Deshalb kam ich wieder zu dir.
Und du, du nahmst den Schlüssel und öffnetest meine Tür.

Ich erschrak.
Ich hörte die Stimme meiner Seele.
Sie forderte ein klares Bekenntnis.

Ich verstand, dass ich die Wahl habe.
Ich konnte weiter die Angst wählen.
Oder mich selber.

Ich habe mich selber gewählt.
Ich habe entschieden, mich selber zu lieben,
und diese Tür nie wieder zu verschliessen.

Auch deine Tür war wieder offen.
Du erschrakst.
Du hörtest die Stimme deiner Seele.
Sie forderte ein klares Bekenntnis.

Du verstandst, dass du die Wahl hast.
Du konntest weiter die Angst wählen.
Oder dich selber.

Du hast die Angst gewählt.
Weil hinter der Tür das gleissende Licht ist.
Liebe, die dich alles sehen und fühlen lässt.

Narben, die nicht verheilen.
Wunden, die seit langem schwären,
Lebenslügen. Enttäuschung. Schmerz und Tränen.

Du schweigst.
Du glaubst, das alles nicht auszuhalten.
Deine Tür ist wieder verschlossen.

Ich habe mich selber gewählt.
Ich weiss, dass ich das alles aushalten kann.
Es gehört zu mir.

Ich schweige nicht.
Ich habe keine Angst.
Ich habe mich für die Liebe entschieden.

Ich bekenne mich zu mir selber.
Mit allem, was zu mir gehört.
Meine Tür ist offen. 

***
geschrieben am 20.07.2016

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