Sonntag, 10. Juli 2016

Begegnung am Seelenstrand

Ich sass an meinem Seelenstrand,
der Himmel war wolkenlos,
es duftete nach Meer und Pinienwald.

Ich hörte vertraute Geräusche,
das leise Plätschern der Wellen,
Stimmengewirr in der Ferne.

Die Sonne brannte,
ich legte mich in den Sand,
spürte die Wärme auf meiner Haut.

Ein Windhauch weckte mich.
Ich öffnete die Augen.
Es war Zeit zu gehen.

Langsam ging ich den Strand entlang,
Wasser umspülte meine Füsse.
Ich war ganz bei mir.

Ich dachte an nichts,
war einfach glücklich,
da sah ich dich.

Du lagst an deinem Seelenstrand,
der auch meiner ist,
und schliefst.

Ich erkannte dich sofort.
Fremd und doch vertraut.
Freude in meinem Herzen.

Du. Jetzt. Einfach so.
Unwirklich. Und doch.
Das Leben. Die Liebe.

Eine Weile sah ich dir beim Schlafen zu.
Ich lachte und wusste sofort,
du warst die ganzen Jahre hier gewesen.

Ich liess dich schlafen,
zu intim schien mir der Ort.
Unmöglich, dich hier zu berühren.

Ich verliess den Strand,
doch es war entschieden,
das Wunder unausweichlich.

Als wir uns schliesslich trafen,
erfasste uns eine mächtige Welle,
schleuderte uns zurück an unseren Seelenstrand.

Liebe war überall.
Wir waren glücklich.
Wir waren fassungslos.

Der Abschied fiel uns schwer,
wir wollten einander nicht wieder verlieren,
und konnten doch nicht anders.

Die Liebe aber bleibt in uns.
Wir haben endlich verstanden:
Unser Seelenstrand ist überall.

 ***
geschrieben am 9.7.2016



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