Samstag, 2. April 2016

Fühle, mein König

Du thronst auf Deinem Hügel,
den Blick auf das ferne Meer gerichtet,
weisst nicht, welcher Schmerz Dich zerreisst,
suchst nach einer Antwort.

Das Meer ist Dein Begleiter,
seit Du denken kannst.
Magisch zieht es Dich an,
verbindet Dich mit Deiner Seele.

An manchen Tagen liegt es vor Dir,
ruhig und spiegelglatt.
Sonnenbeschienen und klar
dehnt es sich in den endlosen Horizont.

An manchen Tagen ist es schwarz,
seine Wellen türmen sich hoch,
reissen alles mit,
als gäbe es kein Morgen.

Der Sturm hat Dein Boot kentern lassen,
Dich verwundet und ans Ufer gespült.
Du glaubst, es geht nicht weiter,
willst den Schmerz und die Wunden nicht spüren.

Fühle, mein König, tiefer in Dich hinein,
denn unter dem, was Du siehst,
liegt das, was Du suchst,
und was alles verbindet.

Der Glanz der Liebe,
das Salz der Tränen,
die Wogen der Zerstörung
und der Strom der Erneuerung.

Fühle, mein König, lass alles geschehen,
wisse, dass das Meer, das Du so liebst,
Dich genauso liebt,
und Dir alle Antworten bringt.

Es lehrt Dich Schönheit,
es lehrt Dich Demut,
es lehrt Dich Vertrauen,
und den Glauben an die Ewigkeit.

Fühle, mein König, und lass es geschehen.
Was neu wird, kann einzig durch Zerstörung entstehen.
Vertraue und lass alles los,
denn alles was ist, ist für Dich.

Wie die Gezeiten dem Lauf des Universums folgen,
folgt Deine Seele einem eigenen Plan.
Vertraue, denn alles, was vergangen ist,
hat seine Bestimmung erfüllt.

Nur wenn es geht,
kann Neues entstehen,
das am nächsten Morgen,
wenn das Meer wieder vor Dir liegt,
ruhig und spiegelglatt,
in seiner ganzen Schönheit erstrahlen wird.

Dann, mein König
werden Deine Wunden verheilt sein,
Du wirst die Lebenskraft in Dir spüren
und alles fühlen wollen.
Du wirst wieder aufs Meer hinaus
und das Wunder der Liebe neu entdecken.

***
geschrieben am 30.3.2016


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