Samstag, 19. März 2016

Das alles bin ich

Als ich vor Dir stand,
hast Du alles gesehen,
alles berührt, 
alles gespürt,
alles geliebt,
meine Narben,
meine Sanftheit,
meine Verletztheit,
meine Entschlossenheit,
meine Wut,
meine Weichheit,
meine Traurigkeit,
meine Empfindsamkeit,
meine Ohnmacht,
mein Begehren,
mein gebrochenes Herz,
meine Freude,
meine nackte Seele,
meine Träume,
meine Poesie,
meinen Schmerz,
meine Liebe,
mich.

Als ich vor Dir stand,
hast Du den Spiegel hochgehoben,
damit auch ich alles sehe,
alles berühre,
alles spüre,
alles liebe, 
meine Narben,
meine Sanftheit,
meine Verletztheit,
meine Entschlossenheit,
meine Wut,
meine Weichheit,
meine Traurigkeit,
meine Empfindsamkeit,
meine Ohnmacht,
mein Begehren,
mein gebrochenes Herz,
meine Freude,
meine nackte Seele,
meine Träume,
meine Poesie,
meinen Schmerz,
meine Liebe,
mich.

Als ich vor Dir stand,
hast Du mir alles gezeigt.
Ich hätte die Augen schliessen können,
um den Schmerz nicht aushalten zu müssen,
doch dann hätte ich die Liebe nicht gesehen.
Und auch nicht mich selber.

Als ich vor Dir stand,
bist Du wieder weggegangen.
Ich habe entschieden zu bleiben
und weiter in den Spiegel zu blicken,
um alles darin zu sehen und zu berühren,
zu spüren und zu lieben.

Um zu erkennen:
Ja, das alles bin ich.

Dafür liebe ich Dich.

**

geschrieben am 19.3.2016




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