Freitag, 15. Januar 2016

Im Spiegellabyrinth

Du bist da und doch nicht hier.
Ich kenne dich und weiss doch nichts von dir.
In Liebe vereint und doch nicht zusammen.
Ich spüre dich und habe dich doch nicht bei mir.

Ich sehe dich an und sehe mich selbst.
Wie in einem Spiegel kehrt sich alles in sein Gegenteil
und gehört doch zusammen.
Was bin ich, was bist du?

In diesem Labyrinth der Gefühle
versuchen wir uns zu finden -
du dich,
ich mich.

Laufen gegen die Spiegel, an die Wand,
drehen uns um,
sehen den andern,
sehen uns selbst.

Sehen unsere Wunden, die des andern,
lassen uns ein auf den Schmerz,
den eigenen und den des andern,
bis wir wieder ganz sind, jeder für sich.

Dann verschwinden die Spiegel und wir stehen uns gegenüber,
bereit, die Liebe des anderen anzunehmen,
die wir nicht tragen konnten, als wir glaubten stark zu sein,
die wir schon lange fühlen, aber niemals fassen konnten.


geschrieben am 13.12.2015


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen