Freitag, 1. Januar 2016

Begegnung zwischen Himmel und Erde

Unsere Begegnung war der Anfang einer wunderbaren Reise. Nach vielen Jahren standen wir einander wieder gegenüber, und zwischen uns öffnete sich ein Raum, den wir vor langer Zeit erschaffen und zusammen entdeckt hatten. Wir betraten diesen Raum wie einen heiligen Ort, respektvoll und im Bewusstsein, dass hier etwas geschah, das unser Leben verändern und unsere Seele tief berühren wird.

In diesem Raum gibt es kein Ich, kein Du, kein Gestern und kein Morgen. In diesem Raum gibt es nur die bedingungslose Liebe. Sie ist so mächtig, dass sie uns erschreckte. Sie ist so gross, dass wir nicht erkennen konnten, wo sie anfängt und wo sie aufhört. Sie ist so schön, dass wir nicht anders konnten, als uns ihr in Demut hinzugeben. In diesem Raum fühlten wir uns so sicher und vertraut, dass wir einfach uns selber waren. Wir dachten, sagten und taten Dinge, die aus tiefstem Herzen kamen. Alles geschah einfach. Mühelos. Leicht. Selbstverständlich. Wie nach einem Drehbuch, das wir zusammen geschrieben hatten. In dem wir uns selber begegnen und Orte in uns entdecken und berühren, die wir alleine niemals gefunden hätten.

Die Schönheit und die Intensität dieser Begegnung sind schwer zu beschreiben. Die Kräfte, die sie freisetzte, von unschätzbarem Wert. Alte Sehnsüchte und Wünsche, die tief in uns drinnen verschüttet lagen, wurden freigelegt und drängen jetzt in unser Leben. Den Raum mussten wir viel zu schnell wieder verlassen. Der Wunsch, ihn wieder zu betreten, ist übermächtig. Doch es gelingt nicht. Nicht einfach so. Denn unsere Begegnung legte auch das frei, was wir nicht fühlen und zeigen wollen: Unsere Schattenseiten. Unsere Ängste. Unsere Verletzungen. Tausend Gründe, die uns nach all den Jahren noch immer glauben lassen, dass diese Liebe ein Irrtum sein muss. Nicht für uns gemeint sein kann. Wir sie nicht wert sind. Wir sie nicht leben können. Nicht annehmen dürfen.

Dieser Raum zwischen Himmel und Erde wird sich wieder für uns öffnen, wenn wir beide ganz bei uns selber sind. In diesem Moment waren wir es. Im Alltag sind wir es nicht. Da herrschen der Verstand, alte Verhaltensmuster, Glaubenssätze, Ängste, selbst auferlegte Zwänge und fremde Erwartungen, die uns immer wieder daran hindern, uns selber zu sein und das zu tun, was wir wirklich wollen. Und genau das ist die Aufgabe, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen: Zu lernen, bei uns zu bleiben. Uns selber zu erkennen und zu lieben. Unsere Schattenseiten, unsere Ängste, unsere Verletzungen anzuschauen und sie voll und ganz als Teil von uns selber anzunehmen. Uns zu heilen.


Unsere Begegnung war der Anfang einer wunderbaren Reise. Der Reise zu uns selber und unseren eigentlichen Lebensaufgaben. Wir bleiben einander zutiefst verbunden. Die Reise aber macht jeder für sich, auf seine Art und mit den Aufgaben im Gepäck, die seinem persönlichen Lebensweg entsprechen. Die Reise ist beschwerlich und erfordert Geduld. Sie ist lange und schmerzhaft, aber auch voller wunderbarer Entdeckungen. Sie lehrt uns zu lieben und Liebe anzunehmen. Und wenn wir bei uns selber angekommen sind, dann kann dieser Raum zwischen Himmel und Erde, den wir zusammen erschaffen und wiederentdeckt haben, zu einem Ort werden, an dem wir einander immer und immer wieder begegnen können.

Inspiriert von einem Text über Räume der Liebe vom 25.12.2015 auf der Facebook-Seite von Andreas Gauger Coaching & Beratung . Und von meiner eigenen Begegnung mit dem Raum zwischen Himmel und Erde, in dem die bedingungslose Liebe zuhause ist.

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